NUR DER SVE!

Hackschnitzel, Traumtore und ein Meisterstück im Spitzenspiel

Rodger Ludewig, 02.06.2026

Hackschnitzel, Traumtore und ein Meisterstück im Spitzenspiel

Manchmal gibt es diese Turniertage, an denen schon beim Aussteigen aus dem Auto klar ist: Heute könnte etwas gehen. Bestes Fußballwetter, zehn motivierte Ebersdorfer Jungs und ein Turniergelände, auf dem überall Kinder mit leuchtenden Augen einem Ball hinterherjagen.

Der Hackschnitzel Cup der SG Rotation Harra hatte alles, was ein Fußballsamstag braucht. Und unsere F Junioren hatten sich einiges vorgenommen.

Der schwierige Auftakt

Zum Start wartete der VfR Bad Lobenstein. Wer dachte, das wird ein lockerer Einstieg, wurde schnell eines Besseren belehrt. Die Lobensteiner hielten stark dagegen, waren griffig in den Zweikämpfen und kamen selbst zu guten Möglichkeiten. Ebersdorf fand zunächst nicht richtig ins Spiel und musste sogar froh sein, dass die Gäste ihre Chancen nicht konsequent nutzten. Es war ein Spiel auf Augenhöhe. Eines dieser Spiele, die normalerweise mit einem torlosen Unentschieden enden. Normalerweise. Doch dann kam die letzte Minute. Konrad schnappte sich den Ball, fasste sich ein Herz und jagte das Spielgerät mit einem wuchtigen Schuss ins Netz. Plötzlich Jubel statt Zittern. Statt einem Punkt standen drei auf dem Konto. Rückblickend sollte genau dieser Treffer noch eine wichtige Rolle im weiteren Turnierverlauf spielen.

Karl macht wieder Karl Sachen

Im zweiten Spiel wartete Schleiz II. Auch hier wurde unseren Jungs nichts geschenkt. Schleiz spielte ordentlich Fußball und machte die Räume eng. Doch dann kam eine Szene, die inzwischen fast schon zu Karls Spezialität geworden ist. Spitzer Winkel. Eigentlich keine Schussposition. Eigentlich. Karl zog trotzdem ab und brachte den Ball irgendwie im Tor unter. Wieder einmal. Die Eltern an der Seitenlinie mussten schon lachen. Jeder wusste: Genau solche Tore liebt er. Lange sah es nach dem nächsten Sieg aus. Doch kurz vor Schluss wurde ein Ball nicht konsequent geklärt. Ein Schleizer Spieler nahm die Kugel dabei leicht mit der Hand mit, spielte weiter und traf ins lange Eck. Für Marc im Tor war nichts zu halten. Am Ende stand ein gerechtes 1:1.

Der Freistoß des Tages

Gegen Hirschberg zeigte Ebersdorf anschließend seine bislang beste Turnierleistung. Von Beginn an wurde zielstrebig gespielt, die Vorgaben wurden umgesetzt und der Gegner immer wieder unter Druck gesetzt. Der Mann des Spiels hieß Konrad. Zwei Tore gingen auf sein Konto. Besonders sein zweiter Treffer sorgte für Staunen auf dem gesamten Sportplatz. Freistoß aus der Nähe der Mittellinie. Viele rechneten mit einer Hereingabe. Konrad nicht. Er schoss direkt. Der Ball flog wie an einer Schnur gezogen in den Winkel. Für einen Moment war es still. Dann ging ein hörbares Raunen durch die Zuschauerreihen, gefolgt von großem Applaus. Selbst einige gegnerische Eltern konnten sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Nebenbei bekam die zweite Reihe viel Spielzeit. Besonders Oskar hätte sich fast selbst belohnt. Sein strammer Abschluss klatschte allerdings nur an die Latte. Ein paar Zentimeter tiefer und es wäre vermutlich eines der schönsten Tore des Tages geworden.

Die zweite Reihe liefert

Gegen Schleiz III stellten die Trainer bewusst um. Viele Spieler, die sonst etwas weniger Einsatzzeit bekommen, durften von Beginn an ran. Und sie zeigten eindrucksvoll, warum sie sich diese Minuten verdient haben. Die Mannschaft spielte mutig nach vorne, verteidigte konzentriert und gewann hochverdient mit 3:0. Zweimal Karl, einmal Konrad. Auf der Bank wurde gejubelt wie nach einem Endspiel.

Das Spiel des Turniers

Dann kam das Spiel, auf das alle gewartet hatten. Schleiz I. Bis dahin ebenfalls souverän unterwegs. Vor dem Anpfiff wurde noch einmal intensiv gesprochen. Mehr Passspiel. Mehr Spiel über außen. Nach Ballverlusten sofort hinter den Ball. Räume eng machen. Gemeinsam verteidigen. Die Jungs hörten zu. Und vor allem setzten sie alles um. Was dann folgte, war vermutlich das beste Spiel der Ebersdorfer an diesem Tag. Konrad eröffnete den Torreigen mit einem wichtigen Treffer. Kurz darauf wurde der gegnerische Abstoß perfekt angelaufen. Jonah schaltete am schnellsten, eroberte den Ball und schob sicher zum 2:0 ein. Hinten arbeiteten Felix und Leo unermüdlich. Immer wieder gewannen sie wichtige Zweikämpfe. Eine Szene blieb besonders hängen. Ein Schleizer Stürmer war durch. Eigentlich freie Bahn Richtung Tor. Doch Felix setzte zur perfekten Grätsche an und spitzelte den Ball im letzten Moment weg. Riesiger Jubel an der Seitenlinie. Auch Til zeigte eine starke Aktion, als er einen gefährlichen Ball per Kopf aus der Gefahrenzone beförderte. Und dann kam wieder Leo Milz. Ballgewinn in der Abwehr. Kurzer Blick. Ein Pass über das halbe Feld. Millimetergenau. Karl startete perfekt, nahm den Ball mit und vollendete eiskalt zum 3:0. Spätestens jetzt hielt es keinen mehr auf den Bänken. Den Schlusspunkt setzte erneut Karl zum hochverdienten 4:0. Die Eltern waren völlig aus dem Häuschen. Die Trainer auch.

Derbytime

Vor dem letzten Spiel war die Ausgangslage klar. Ein Sieg gegen Remptendorf und der Turniersieg gehört dem SVE. Doch jeder wusste auch: Ein Derby schreibt seine eigenen Geschichten. Die Geschichte dieses Derbys begann nach ungefähr drei Sekunden. Remptendorf spielte zurück. Karl sprintete dazwischen. Ballgewinn. Tor. 1:0. Noch bevor viele Zuschauer überhaupt ihren Kaffee abgestellt hatten. Danach lief es wie aus einem Guss. Passstafetten, Ballgewinne, Kombinationen. Alles funktionierte. Leo spielte erneut einen überragenden Pass aus der Abwehr auf Karl, der sicher vollendete. Auch Konrad traf zweimal. Am Ende stand ein souveränes 4:0. Und damit der Turniersieg.

Mehr als nur ein Pokal

Was am Ende besonders auffiel, war nicht nur das Ergebnis. Es war die Art und Weise. Die Mannschaft setzte die Vorgaben der Trainer immer besser um. Nach Ballverlusten wurde gemeinsam gearbeitet. Die Defensive stand sicher. Das Passspiel wurde mutiger. Marc im Tor kassierte im gesamten Turnier nur einen einzigen Gegentreffer und strahlte dabei enorme Sicherheit aus. Felix, Leo und Leo W. räumten hinten auf. Jonah arbeitete unermüdlich. Til, Emil und Oskar nutzten ihre Einsatzzeiten hervorragend. Karl und Konrad sorgten vorne für die Tore. Vor allem aber war es eine Mannschaftsleistung. Genau deshalb war die Freude nach dem letzten Abpfiff so groß. Nicht nur bei den Spielern. Auch bei den Trainern. Und ganz besonders bei den Eltern am Spielfeldrand. 

Für den SVE spielten: Marc Hahnel, Felix Kuhnla, Leonard Wieduwildt, Leonard Milz, Konrad Herzog, Jonah Munzert, Emil Dusi, Oskar Dusi, Til Franz und Karl Milz.


Quelle:Sebastian Milz