NUR DER SVE!

Start. Marsch. Turniersieg. F- Junioren des SVE gewinnen in Schmölln

Rodger Ludewig, 16.06.2026

Start. Marsch. Turniersieg. F- Junioren des SVE gewinnen in Schmölln

Es gibt Turniere, bei denen man am Ende auf die Tabelle schaut und zufrieden nach Hause fährt. Und es gibt Turniere, bei denen man bereits nach wenigen Spielen merkt: Heute läuft etwas Besonderes zusammen.

Das Sommerturnier des SV Schmölln gehörte zur zweiten Kategorie. Schon die Anreise hatte etwas von einer kleinen Fußballreise. Als eine der am weitesten angereisten Mannschaften machte sich der SV Ebersdorf auf den Weg nach Ostthüringen. Für viele Vereine wäre das vielleicht ein Grund gewesen, zweimal zu überlegen. Für unsere Jungs nicht. Denn Turniere in Schmölln sind immer eine Reise wert. Gute Organisation, starke Gegner und viele Spiele. Genau das, was junge Fußballer brauchen.

Und am Ende sollte aus der langen Anreise ein Start Ziel Sieg werden. Ein Turniertag, der Trainer, Eltern und Spieler gleichermaßen stolz machte.

Der perfekte Auftakt

Zum Start wartete der NSV Mannichswalde. Im Nachhinein betrachtet vielleicht der dankbarste Auftaktgegner des Tages. Vor dem Anpfiff wusste das allerdings niemand. Deshalb gingen die Ebersdorfer Jungs die Partie genauso an, wie es die Trainer gefordert hatten: volle Konzentration und keine Experimente. Nur für Till war die Situation etwas anders. Er stand diesmal zwischen den Pfosten und durfte zeigen, was er im Training zuletzt immer wieder angedeutet hatte. Nach kurzer Anlaufzeit nahm das Spiel seinen Lauf. Leonard Milz schnappte sich den Ball, zog entschlossen nach vorne und setzte ihn unhaltbar in den Dreiangel. Ein Auftakt nach Maß. Danach traf Konrad mit einem strammen Flachschuss, Karl machte wieder Karl Sachen und brachte den Ball aus einem Winkel im Tor unter, aus dem eigentlich keine Tore fallen dürften. Dann war Leon an der Reihe. Ballannahme an der Mittellinie, Gegenspieler ausgespielt, flacher Abschluss, Tor. Den Schlusspunkt setzte Jonah mit einem eiskalten Treffer zum 5:0. Fünf Tore. Fünf verschiedene Torschützen. Mehr Mannschaftsleistung geht kaum.

Der erste Härtetest

Im zweiten Spiel wartete mit Bad Köstritz einer der stärksten Gegner des gesamten Turniers. Doch etwas war sofort zu erkennen. Die Trainer mussten kaum noch eingreifen. Die Jungs wussten, was zu tun war. Laufwege stimmten. Zuordnungen passten. Ballverluste wurden gemeinsam aufgefangen. Allein das war schon eine Entwicklung, die noch vor einigen Monaten kaum vorstellbar gewesen wäre. Konrad brachte Ebersdorf in Führung. Karl legte das 2:0 nach. Bad Köstritz verkürzte zwar noch einmal, doch die Ebersdorfer Defensive ließ danach praktisch nichts mehr zu. 2:1. Nächster Sieg.

Theodor meldet sich zurück

Gegen St. Gangloff durfte Theodor von Beginn an ran. Und manchmal braucht ein Stürmer nur wenige Sekunden, um allen zu zeigen, dass er da ist. Ein perfekter Querpass. Theodor startet genau im richtigen Moment. Der Ball wird über die Linie gedrückt. 1:0. Der Jubel war groß. Konrad erhöhte anschließend auf 2:0. Danach folgte eine dieser Kombinationen, die Trainer lieben. Doppelpass zwischen Leo und Karl. Ein Kontakt. Zweiter Kontakt. Tor. 3:0. Karl legte sogar noch einen weiteren Treffer nach. Endstand 4:0.

Das Raunen von Schmölln

Gegen den RSV Altenburg wurde es erstmals spektakulär. Karl eröffnete die Partie mit dem 1:0. Dann folgte eine Szene, über die nach dem Turnier noch lange gesprochen wurde. Konrad bekam den Ball knapp hinter der Mittellinie. Ein kurzer Blick. Ein kleiner Kontakt. Dann zog er einfach ab. Ohne Anlauf. Ohne Vorwarnung. Der Ball flog wie ein Strahl durch die Luft. Eigentlich sah man nur noch einen Kondensstreifen. Sekunden später zappelte der Ball im Netz. Auf den Zuschauerrängen ging ein hörbares Raunen durch die Reihen. 2:0. Fußball kann manchmal erstaunlich einfach aussehen. Nach einer Ecke von Konrad erhöhte Leonard Milz per Direktabnahme sogar auf 3:0. Den Schlusspunkt setzte erneut Konrad. 4:0.

Die erste Bewährungsprobe

Bis dahin lief alles nahezu perfekt. Dann kam Thüringen Weida. Und plötzlich lagen die Ebersdorfer erstmals zurück. Ein Einwurf. Eine kurze Unachtsamkeit. Eine fehlende Zuordnung. 0:1. Doch wer dachte, die Mannschaft würde nervös werden, hatte die Entwicklung der letzten Wochen nicht gesehen. Karl schnappte sich den Ball und stellte mit einem strammen Abschluss auf 1:1. Kurz darauf gewann Leonard Milz in der eigenen Hälfte einen wichtigen Zweikampf. Weida war weit aufgerückt. Leo sah den Torwart. Sah den freien Raum. Und zog aus der eigenen Hälfte ab. Der Ball flog über alles hinweg und landete unhaltbar im Tor. 2:1. Die Partie war gedreht. Konrad setzte mit dem 3:1 den Schlusspunkt. Die Trainer schauten sich nur noch an. Viel gab es dazu nicht mehr zu sagen. Außer vielleicht: Wahnsinn.

Der einzige kleine Wackler

Gegen Lumpzig begann alles nach Plan. Karl bekam den Ball auf der rechten Seite. Zwei Gegenspieler blieben stehen. Karl nicht. Wieder ein Abschluss aus einem Winkel, bei dem man sich fragt, wie der Ball überhaupt ins Tor passen kann. 1:0. Doch erstmals an diesem Tag schlich sich ein kleiner Fehler ein. Ein missglückter Abwurf. Etwas Unordnung in der Defensive. Lumpzig nutzte die Gelegenheit zum Ausgleich. Danach rollte Angriff um Angriff auf das gegnerische Tor. Die größte Chance hatte Leonard Milz. Ecke. Perfekte Flugbahn. Leo steigt hoch. Eigentlich sehen alle den Ball schon im Netz. Doch der Kopfball rauscht Zentimeter am Tor vorbei. Selbst Leo konnte es kaum glauben. Am Ende blieb es beim 1:1. Kein Beinbruch. Aber ein kleiner Dämpfer.

Der letzte Schritt

Vor dem letzten Spiel gegen Gastgeber Schmölln war die Rechnung einfach. Ein Sieg. Und der Turniersieg gehört dem SVE. Doch Schmölln spielte bis dahin ebenfalls ein starkes Turnier. Die Trainer erinnerten noch einmal an die bekannten Abläufe. Gegenpressing. Ballbesitz. Schnelles Umschalten. Dann ging es los. Konrad auf Karl. Karl auf Jonah. Tor. 1:0. Ein Angriff wie aus dem Lehrbuch. Danach übernahm wieder Konrad die Hauptrolle. Zweimal traf er noch und schraubte sein Turnierkonto auf beeindruckende acht Treffer. Karl erzielte ebenfalls noch ein Tor und kam damit ebenfalls auf acht Turniertore. Der Anschlusstreffer zum 4:1 spielte keine Rolle mehr. Mit dem Schlusspfiff brachen alle Dämme. Jubel auf dem Platz. Jubel auf der Bank. Jubel bei den Eltern. Turniersieger. Vom ersten bis zum letzten Spiel. Ein echter Start Ziel Sieg.

Mehr als nur ein Pokal

Das Beeindruckendste an diesem Turnier waren nicht einmal die Ergebnisse. Es war die Art und Weise. Die Trainer mussten kaum noch eingreifen. Die Jungs regelten vieles selbst. Nach Ballverlusten wurde sofort nachgesetzt. Die Gegner wurden konsequent zugestellt. Die Räume wurden eng gemacht. Es waren genau die Dinge, die in den letzten Monaten immer wieder trainiert wurden. Und nun waren sie plötzlich selbstverständlich geworden. Alle Spieler bekamen viel Einsatzzeit. Alle sammelten wichtige Erfahrungen. Alle trugen ihren Teil zum Erfolg bei. Als wäre der Turniersieg nicht schon genug gewesen, wurde Karl am Ende auch noch zum besten Spieler des Turniers gewählt. Und auch Leonard Milz erhielt bei der Trainerwahl zahlreiche Stimmen der gegnerischen Mannschaften. Eine verdiente Anerkennung. Nach einem langen Turniertag mit sieben Spielen, voller Konzentration, voller Einsatzbereitschaft und voller Leidenschaft stand am Ende fest: Diese Mannschaft hat wieder einen großen Schritt nach vorne gemacht. Und genau deshalb war dieser Turniersieg mehr wert als jeder Pokal.

Für den SVE spielten: Till Franz, Leon Heider, Leonard Wieduwildt, Theodor Purfürst, Leonard Milz, Jonah Munzert, Felix Kuhnla, Konrad Herzog und Karl Milz.


Quelle:Sebastian Milz