NUR DER SVE!

E-Junioren : Spielbericht

Kreisliga Staffel D
5. Spieltag - 03.10.2026 09:00 Uhr
VFR Bad Lobenstein   SV 1990 Ebersdorf
VFR Bad Lobenstein 0 : 0 SV 1990 Ebersdorf
(0 : 0)

Punkteteilung im Koseltal – und 50 Minuten Fußball auf der Rasierklinge

VfR Bad Lobenstein – SV 1990 Ebersdorf 0:0 (0:0)
E-Junioren | Auswärtsspiel im Koseltal

Es gibt diese 0:0-Spiele, bei denen nach fünf Minuten eigentlich schon alles erzählt ist. Und dann gibt es diese 0:0-Spiele, bei denen nach dem Abpfiff Spieler, Trainer und Eltern erst einmal kurz durchatmen müssen.

Dieses hier gehörte eindeutig zur zweiten Sorte.

Schon vor dem Anpfiff war klar, was unsere Blau-Weißen im Koseltal erwarten würde. Der VfR lag punktgleich mit unseren Jungs direkt hinter Tabellenführer Oettersdorf – wobei der SVE noch ein Spiel weniger absolviert hat. Dazu hatte Lobenstein bisher mit richtig starken Ergebnissen auf sich aufmerksam gemacht. Und während unsere Jungs gerade ihre erste Saison bei den E-Junioren spielen, absolviert ein Großteil der VfR-Mannschaft bereits das zweite Jahr in dieser Altersklasse. Erfahrung, Körperlichkeit und Heimvorteil also auf der einen Seite.

Auf der anderen: unsere Jungs, die spätestens mit dem starken 4:1 gegen Tanna eine Woche zuvor gezeigt hatten, dass sie sich vor niemandem verstecken müssen.

Gleicher Plan – völlig andere Vorzeichen

Das Trainerteam vertraute auf die gleiche Aufstellung und die gleichen taktischen Vorgaben wie gegen Tanna. Nur waren die Bedingungen diesmal andere: auswärts im Koseltal, nasser Platz und ein Gegner, von dem wir wussten, dass er vor allem mit seinen gefährlichen Fernschüssen jederzeit für Gefahr sorgen kann.

Die Vorgabe war deshalb klar: Zweikämpfe annehmen, dagegenhalten und den VfR möglichst gar nicht erst zum Schuss kommen lassen.

Soweit der Plan.

Denn zunächst war da etwas, das im Kinderfußball manchmal größer sein kann als jeder taktische Matchplan: Respekt.

Lobenstein legte los, unsere Jungs brauchten dagegen ein paar Minuten, um wirklich im Spiel anzukommen. In den ersten Aktionen wurde hier und da noch einen Moment zu lange zugeschaut, statt konsequent in den Zweikampf zu gehen. Der VfR nutzte das, machte Druck und hatte die ersten Möglichkeiten der Partie. Eine Führung der Gastgeber wäre in dieser Phase nicht völlig aus der Luft gegriffen gewesen.

Aber dann passierte etwas Entscheidendes: Unsere Jungs legten den Respekt ab.

Zweikampf für Zweikampf kämpften sie sich in die Partie. Plötzlich wurde enger verteidigt, früher gestört und mutiger nach vorne gespielt. Leo, Lewi und Leon bekamen die Defensive immer besser organisiert und machten die Räume dicht.

Gefährlich wurde Lobenstein nun vor allem dann, wenn unsere Jungs selbst aufrückten und der VfR schnell umschaltete. Bei einem dieser Konter hatten wir das nötige Quäntchen Glück – der Abschluss rauschte nur knapp am SVE-Gehäuse vorbei.

Und dann macht Tristan einfach Tristan-Sachen

Doch auch unsere Jungs meldeten sich offensiv an.

Und wie.

Tristan erkämpfte sich im Mittelfeld den Ball und entschied offenbar, dass er für den nächsten Angriff nicht unbedingt noch viele Mitspieler brauchen würde. Er marschierte los, spielte sich durch die Reihen des VfR und kam selbst zum Abschluss.

Knapp vorbei.

Eine dieser Aktionen, bei denen man am Seitenrand schon halb zum Jubeln ansetzt.

So ging es nach richtig intensiven ersten 25 Minuten mit einem 0:0 in die Halbzeitpause.

Und erst einmal hieß es für alle: durchatmen.

Für die Spieler. Für die Trainer. Und vermutlich auch für einige Eltern am Spielfeldrand.

Das Trainerteam konnte mit der kämpferischen Leistung absolut zufrieden sein. Die Jungs hatten sich nach schwierigen Anfangsminuten richtig in dieses Spiel hineingebissen. Jetzt sollte nur noch etwas mehr Ruhe und Präzision ins Aufbau- und Angriffsspiel kommen. Denn inzwischen war klar:

Hier war heute etwas drin.

Zehn Minuten, in denen nur das Tor fehlte

Und genau so kamen unsere Jungs aus der Pause.

Die ersten zehn Minuten der zweiten Hälfte gehörten dem SVE. Plötzlich lief der Ball, die Kombinationen wurden sauberer und unsere Jungs spielten sich mehrfach richtig schön bis vor das Lobensteiner Tor.

Dann Karl.

Schöner Abschluss, der Ball ist auf dem Weg Richtung Tor – doch VfR-Keeper Piet bekommt noch die Finger dran und lenkt ihn an den Pfosten.

Das hätte es sein können.

Und der SVE blieb dran. Über Konrad, Tristan und Karl entstanden weitere richtig gute Angriffe. Mal ging der Abschluss knapp vorbei, mal war wieder Piet zur Stelle.

Das 1:0 lag in dieser Phase durchaus in der Luft.

Und spätestens jetzt war das kein gewöhnliches E-Juniorenspiel mehr. Das war ein kleiner Fußballkrimi im Koseltal. Hohe Intensität, Zweikämpfe, Chancen auf beiden Seiten – und jeder Ball konnte dieses Spiel entscheiden.

Spieler, Trainer und Zuschauer beider Mannschaften waren voll drin.

Latte. Jason. Durchatmen.

Denn natürlich hatte auch der VfR noch etwas vor.

Mit zunehmender Spielzeit wurden die Beine schwerer und nicht mehr jeder Fernschuss konnte so konsequent verhindert werden wie zuvor. Genau darin lag die große Stärke der Gastgeber.

Dann zieht Lobenstein ab.

Latte.

Puh.

Jetzt war das Aluminium auch auf unserer Seite.

Und der VfR kam noch einmal.

Angriff, Abschluss – und diesmal sah es verdammt gefährlich aus. Doch da stand ja noch einer.

Jason.

Er macht sich lang, kommt an den Ball und drückt ihn am Tor vorbei.

Was für eine Parade. Und was für ein Zeitpunkt.

Kurz danach war Schluss.

0:0.

Und dann passierte etwas, das mindestens genauso viel über dieses Spiel aussagte wie das Ergebnis: Applaus. Von den Trainern, von den Zuschauern – auf beiden Seiten.

Denn alle hatten gerade ein richtig gutes und für diese Altersklasse enorm intensives Fußballspiel gesehen.

Unsere Jungs hätten sich in ihren starken ersten zehn Minuten nach der Pause mit der Führung belohnen können – vielleicht sogar müssen. Auf der anderen Seite mussten wir in der Schlussphase froh sein, dass einmal die Latte und einmal ein überragend reagierender Jason etwas dagegen hatten, dass der VfR doch noch jubelt.

So steht am Ende ein verdientes und wohl auch gerechtes 0:0.

Keine Tore. Und trotzdem jede Menge Fußball.

Vor allem aber wieder ein Spiel, in dem unsere Jungs gezeigt haben, wie sie sich entwickeln: Nach schwierigen Anfangsminuten den Respekt abgelegt, die Zweikämpfe angenommen, selbst mutig Fußball gespielt und gegen einen starken und erfahrenen Gegner auswärts bestanden.

Manchmal erzählt ein 0:0 eben mehr als so manches 6:0.

Und dieses hier hat eine ganze Menge erzählt.


Fotos vom Spiel