E-Junioren : Spielbericht
6. Spieltag - 01.11.2026 10:30 Uhr
| LSV 49 Oettersdorf | SV 1990 Ebersdorf | |||
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3 | : | 1 | ![]() |
| (1 | : | 1) | ||
Aufstellung
| TOR | Jason Albrecht |
| ABW | Leon Heider (30' Felix Kuhnla) |
| Leonard Milz | |
| Leonard Wieduwilt (25' Till Franz, 35' Theodor Purfürst) | |
| MIT | Jonah Munzert |
| Karl Milz | |
| Konrad Herzog | |
| STU | Tristan SteinbockC |
| Ersatzbank | |
| Felix Kuhnla ( 30') | |
| Theodor Purfürst ( 35') | |
| Till Franz ( 25') (35' Theodor Purfürst) | |
Spielstatistik
Tore
25x Till Franz, Konrad HerzogTorfolge
| 1:0 (20') | LSV 49 Oettersdorf |
| 1:1 (24') | Konrad Herzog |
| 2:1 (35') | LSV 49 Oettersdorf |
| 3:1 (40') | LSV 49 Oettersdorf |
Beim Spitzenreiter gibt’s nichts geschenkt
E-Junioren liefern Oettersdorf einen großen Kampf – und nehmen trotz 1:3 eine Menge mit
LSV Oettersdorf – SV 1990 Ebersdorf 3:1 (1:1)
Sonntag, Auswärtsspiel, Spitzenreiter. Viel mehr braucht es eigentlich nicht, um zu wissen, was unsere E-Junioren in Oettersdorf erwarten würde.
Aus einigen Duellen der Vergangenheit kannten wir den Gegner gut genug. Körperlich enorm präsent, teilweise einen ganzen Kopf größer als unsere Jungs und mit richtig gefährlichen Distanzschüssen ausgestattet. Der LSV steht schließlich nicht zufällig an der Spitze unserer Staffel.
Also: rein ins Auto, ab nach Oettersdorf und schauen, wie weit wir inzwischen wirklich sind.
Denn verstecken mussten sich unsere Jungs nach den starken Leistungen der vergangenen Wochen ganz sicher nicht. Das Trainerteam sah deshalb auch keinen Grund, groß etwas zu verändern. Aufstellung und taktische Vorgaben wurden aus den letzten Spielen übernommen. Die Jungs hatten zuletzt gezeigt, dass sie diesen Plan verstanden haben – jetzt mussten sie ihn gegen den bislang wohl härtesten Prüfstein der Saison auf den Platz bringen.
Eine kleine Sorgenfalte gab es allerdings schon beim Aufwärmen. Karl hatte sich leicht verletzt. Würde es gehen? Würde er durchhalten?
Mit dem Anpfiff war davon zunächst nicht mehr viel zu sehen.
Zwei Mannschaften, zwei Arten Fußball zu spielen
Oettersdorf machte sofort das, was man von einem Spitzenreiter zu Hause erwarten kann: Druck.
Früh anlaufen, Zweikämpfe suchen, keinen Meter verschenken. Unsere Jungs mussten sich erst einmal daran gewöhnen, dass der Gegenspieler an diesem Vormittag nicht nur schnell da war, sondern teilweise auch noch einen Kopf größer.
Aber sie hielten dagegen.
Und ziemlich schnell wurde deutlich, dass hier zwei Mannschaften auf unterschiedliche Art versuchten, das Spiel an sich zu reißen. Oettersdorf kam über Physis, Zweikämpfe und seine enorme Schussstärke. Unsere Jungs wollten nach Ballgewinnen dagegen Fußball spielen.
Und das sah teilweise richtig gut aus.
Vor allem über Jonah wurden in der ersten Hälfte immer wieder starke Angriffe eingeleitet. Zusammen mit Tristan und Karl kombinierte sich der SVE mehrfach sehenswert nach vorne. Kein blindes Wegschlagen, kein „Hauptsache raus“. Wenn der Ball erobert war, sollte es spielerisch nach vorne gehen.
So entstanden auch zwei richtig dicke Möglichkeiten.
Zunächst wurde Karl wunderbar freigespielt und tauchte frei in aussichtsreicher Position auf. Der Abschluss ging nur knapp am Tor vorbei.
Dann war Konrad dran. Wieder schön herausgespielt, wieder fehlten am Ende nur ein paar Zentimeter.
Zweimal hätte es klingeln können.
Auf der anderen Seite blieb Oettersdorf genau mit der Waffe gefährlich, vor der wir gewarnt hatten: Distanzschüsse.
Doch Jason war voll da. Was auf sein Tor kam, entschärfte er stark.
Das Spiel wurde intensiver und intensiver. Viele Zweikämpfe, viel Laufarbeit und zwei Mannschaften, die sich nichts schenkten.
Ein Moment reicht – 1:0
Kurz vor der Pause passierte dann doch das, was man gegen einen solchen Gegner möglichst vermeiden möchte.
Eine kleine Unstimmigkeit in unserer Defensive, ein verlorener Ball – und plötzlich hatte der Oettersdorfer Angreifer freie Bahn. Er lief auf Jason zu und nutzte die Gelegenheit.
1:0 für den Spitzenreiter.
Bitter.
Vor allem, weil unsere Jungs bis dahin richtig gut dagegengehalten und selbst ihre Möglichkeiten gehabt hatten.
Und der Zeitpunkt? Kurz vor der Pause natürlich denkbar ungünstig.
Aber wer dachte, unsere Jungs würden sich jetzt bis zum Halbzeitpfiff retten wollen, hatte die Rechnung ohne diese Mannschaft gemacht.
Was für eine Antwort!
Ballgewinn in der eigenen Hälfte.
Und dann ging es los.
Jonah. Karl. Tristan.
Der Ball lief durch die eigenen Reihen, Oettersdorf kam nicht mehr richtig hinterher – und plötzlich war Konrad perfekt freigespielt.
Diesmal fehlten keine Zentimeter.
Konrad blieb ruhig und schob den Ball sauber und flach ins Eck. Auch der starke Oettersdorfer Torwart konnte nichts mehr machen.
1:1!
Und das noch vor der Pause.
Was für eine Antwort auf den Rückstand.
Kurz darauf war Halbzeit – und die kam für beide Mannschaften wahrscheinlich gerade recht.
Durchatmen. Wirklich.
25 Minuten lagen hinter den Jungs, die sich eher wie deutlich mehr angefühlt hatten.
Hohe Intensität, viele Zweikämpfe, viel Laufarbeit. Nahezu alle Spieler waren am Limit.
Aber: 1:1 beim Spitzenreiter.
Das Trainerteam wechselte zur Pause erstmals durch. Frische Kräfte waren nötig, denn es war klar, dass Oettersdorf in der zweiten Hälfte noch einmal Druck machen würde.
Und genauso kam es.
Jetzt zeigt Oettersdorf, warum es ganz oben steht
Mit zunehmender Spielzeit erarbeiteten sich die Gastgeber mehr Spielanteile und kamen häufiger in gefährliche Abschlusspositionen.
Doch unsere Jungs hielten weiter dagegen.
Auch die eingewechselten Spieler waren sofort mitten in der Partie. Die Defensive um Leo, Leon, Lewi und Felix arbeitete, kämpfte und versuchte alles, um die Angriffe der Gastgeber wegzuverteidigen.
Davor wurde gelaufen, zugestellt und füreinander gearbeitet.
Nur irgendwann wird es gegen einen Gegner mit dieser Schussstärke schwierig, wirklich jeden Abschluss zu verhindern.
Dann Freistoß für Oettersdorf.
Etwa 15 Meter vor unserem Tor.
Genau die Entfernung, bei der man an diesem Tag lieber keinen Freistoß gegen Oettersdorf haben wollte.
Der Ball wurde mit Wucht aufs Tor gebracht, unterwegs noch von einem Oettersdorfer Spieler entscheidend abgefälscht – und damit für Jason unhaltbar.
2:1.
Wieder Rückstand.
Aufgeben? Heute nicht.
Unsere Jungs hätten jetzt sagen können: Spitzenreiter, auswärts, körperlich überlegen, zweite Halbzeit – vielleicht reicht es heute einfach nicht.
Taten sie aber nicht.
Im Gegenteil.
Der SVE schob noch einmal nach, warf alles nach vorne und erarbeitete sich wieder mehr Spielanteile. Niemand versteckte sich. Niemand ließ den Kopf hängen. Der Ausgleich sollte her.
Das bedeutete natürlich auch: Räume für Oettersdorf.
Und die Gastgeber wussten sie zu nutzen.
Einmal war ein Stürmer bereits durch, doch Jason war zur Stelle und verhinderte mit einer richtig starken Aktion das 3:1.
Noch lebte das Spiel.
Beim nächsten Versuch wurde es dann allerdings zu viel.
Wieder kam Oettersdorf durch. Jason erkannte die Situation, kam stark aus seinem Tor und konnte den ersten Versuch tatsächlich noch klären.
Doch der Ball fiel den Gastgebern erneut vor die Füße.
Nachschuss.
3:1.
Diesmal war auch Jason machtlos.
Das war die Entscheidung.
Keine Punkte – aber ganz sicher kein schlechtes Spiel
Am Ende steht ein 3:1 für den Spitzenreiter. Und betrachtet man die gesamte Partie, war der Sieg für Oettersdorf sicherlich nicht unverdient.
Aber das Ergebnis erzählt eben nur einen Teil dieses Spiels.
Denn was sollte das Trainerteam seinen Jungs nach dem Abpfiff groß vorwerfen?
Eigentlich nichts.
Im Gegenteil: Einige Dinge machten sie an diesem Sonntag sogar besser als in manchem Spiel, das wir gewonnen haben.
Sie hielten gegen einen körperlich deutlich überlegenen Gegner dagegen. Sie versuchten auch unter Druck weiter Fußball zu spielen. Sie erarbeiteten sich selbst große Möglichkeiten. Sie antworteten auf das 0:1 noch vor der Pause mit einem richtig stark herausgespielten Ausgleich.
Und selbst als Oettersdorf in der zweiten Hälfte stärker wurde und erneut in Führung ging, war da kein Aufgeben.
Keiner ließ den Kopf hängen. Einer lief für den anderen. Einer kämpfte für den anderen.
Natürlich hätten wir gerne etwas aus Oettersdorf mitgenommen. Und wer weiß, wie sich dieses Spiel entwickelt, wenn eine unserer beiden großen Möglichkeiten in der ersten Halbzeit im Tor landet.
Aber Fußball funktioniert nun einmal nicht so, dass eine gute Leistung automatisch drei Punkte bedeutet.
Manchmal steht auf der anderen Seite einfach ein richtig guter Gegner. Und dann darf man auch anerkennen, dass der an diesem Tag am Ende ein Stück besser war.
Deshalb war beim Trainerteam nach dem Abpfiff auch weniger Enttäuschung zu spüren als vielmehr Zufriedenheit über das, was die Mannschaft gezeigt hatte.
Einstellung, Mut, Laufbereitschaft und vor allem: füreinander kämpfen.
Keine Punkte beim Spitzenreiter.
Aber ganz sicher auch kein Grund, mit gesenktem Kopf nach Hause zu fahren.
Denn wenn eine Mannschaft selbst bei einer 1:3-Niederlage zeigt, dass sie zusammensteht, weiter Fußball spielen will und bis zum Ende alles füreinander gibt, dann hat sie an diesem Sonntag vielleicht keine Punkte gewonnen – aber trotzdem wieder einen Schritt nach vorn gemacht.


